Lohnt sich eine Solaranlage 2026 noch?

Ist die Solaranlage 2026 noch wirtschaftlich? Aktuelle Modulpreise, Strompreise, Förderbeiträge und eine ehrliche Rechnung - Pro / Contra.

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Wer 2022 gefragt hätte, ob sich eine Solaranlage lohnt, hätte eine vorsichtige Antwort bekommen - Modulpreise hoch, Strompreise unklar, Förderung in Reform. Drei Jahre später hat sich praktisch jeder relevante Faktor zugunsten der Photovoltaik verschoben.

Drei Gründe, warum die Rechnung 2026 deutlicher ist als je zuvor

1. Module sind billiger geworden - deutlich

Seit 2022 sind die Modulpreise um über 40 % gefallen. Eine 8 kWp Anlage, die 2022 noch CHF 22’000-26’000 brutto kostete, liegt 2026 bei CHF 14’400-20’000. Das ist nicht eine Marketingaussage, sondern die direkte Konsequenz der Überproduktion in China und der gesunkenen Wechselrichterkosten.

2. Strompreise sind gestiegen und bleiben hoch

Schweizer Haushalte zahlen 2026 durchschnittlich CHF 0.31 pro kWh - gegenüber CHF 0.21 vor der Energiekrise. Jede selbst produzierte und verbrauchte kWh spart dir damit rund 31 Rappen, statt früher 21 Rappen. Das verkürzt die Amortisation von 17 auf 12 Jahre - bei sonst identischer Anlage.

3. Förderung ist gut - und planungssicher

Mit der Pronovo-Einmalvergütung und den kantonalen Förderbeiträgen werden 35-40 % der Investitionskosten abgedeckt. In Stadtkantonen wie Basel-Stadt oder Genf sogar mehr. Die Programme sind im Energiegesetz verankert und budgetär abgesichert - kein „Förderlotto" wie in einigen EU-Ländern.

Konkrete Rechnung 2026: 8 kWp Anlage in Zürich, brutto CHF 17’200. EIV -4’200. Kantonsförderung -3’200. Steuerabzug bei 25 % -CHF 2’450. Reale Belastung: CHF 7’350. Bei jährlicher Ersparnis von CHF 1’840 amortisiert in unter 4 Jahren.

Wann lohnt sich die Anlage NICHT?

Ehrliche Antwort: Es gibt Konstellationen, in denen sich die Anlage tatsächlich nicht oder nur am Rand lohnt. Diese solltest du prüfen, bevor du investierst.

  • Reines Nord-Dach ohne Süd-/Ost-/West-Anteil - Ertrag ca. 55 % vom Optimum
  • Stark verschattetes Dach (Bäume, Nachbargebäude in unmittelbarer Nähe)
  • Dach steht in den nächsten 3-5 Jahren zur Sanierung an - Anlage müsste demontiert werden
  • Liegenschaft wird in unter 5 Jahren verkauft und der Marktpreis spiegelt PV nicht voll wider
  • Sehr tiefer Stromverbrauch (< 2’000 kWh / Jahr) bei kleinem Dach - die Fixkosten dominieren

Speziell wirtschaftlich: PV + Wärmepumpe + Elektroauto

Die wirtschaftlich attraktivsten Konstellationen entstehen, wenn deine Solaranlage einen hohen Eigenverbrauch ermöglicht. Konkret: Eigenverbrauch verdreifacht den ökonomischen Wert pro kWh gegenüber der Einspeisung. Wer eine Wärmepumpe hat, braucht im Winter viel Strom, und ein Elektroauto fungiert als „rollende Batterie" - beides erhöht den Eigenverbrauch deutlich.

KonstellationEigenverbrauchAmortisation
EFH ohne WP, ohne EV30-40 %12-15 Jahre
EFH mit Wärmepumpe45-55 %10-12 Jahre
EFH mit WP + EV55-65 %8-10 Jahre
EFH mit WP + EV + Batterie65-75 %9-11 Jahre*
Amortisation nach Lebenslage

* Mit Batterie höhere Investition - Amortisation leicht länger trotz höherem Eigenverbrauch.

Risiken und Annahmen

Die Amortisationsrechnung enthält Annahmen, die sich ändern können. Zwei sind besonders relevant:

  • Strompreis-Entwicklung: Sinkt der Preis stark unter CHF 0.20/kWh, verlängert sich die Amortisation. Aktuell deuten Markt und Energiestrategie auf stabile bis steigende Preise.
  • Einspeisetarif: Die Einspeisevergütung ist je nach Verteilnetzbetreiber unterschiedlich (CHF 0.06-0.13/kWh). Eigenverbrauch lohnt sich daher fast überall mehr als Einspeisung.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine kleine 4 kWp Anlage überhaupt?

Ja, wenn das Dach geeignet ist. Die Pro-kWp-Kosten sind etwas höher als bei grossen Anlagen, dafür ist der Eigenverbrauchsanteil meist hoch. Amortisation typisch 11-13 Jahre.

Soll ich auf günstigere Module warten?

Nein. Modulpreise sind bereits sehr tief, die Wechselrichter- und Montagekosten dominieren heute die Investition. Jedes Wartejahr verlierst du ca. CHF 1’800-2’200 entgangene Stromersparnis.

Lohnt sich eine Anlage auf einem Mietshaus?

Ja, oft besonders. Mit einer Eigenverbrauchsgemeinschaft (ZEV) versorgst du mehrere Mietparteien aus derselben Anlage. Förderung in Bern, Waadt, Basel-Land und Genf besonders attraktiv für ZEV.

Welche Rolle spielen Strompreise nach 2030?

Niemand kann sicher prognostizieren. Die Trendannahmen des BFE und der ElCom sehen aber bis 2035 stabile bis leicht steigende Preise. Für die Amortisationsrechnung 2026 sind die Risiken nach unten begrenzt - eine drastische Strompreis-Senkung müsste mit globalen Energie-Schocks einhergehen.

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